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30.09.2026

Saar-Arbeitsmarkt: Herbstbelebung noch kein Signal für eine Trendwende

Am saarländischen Arbeitsmarkt zeigen sich die ersten Anzeichen einer Herbstbelebung. Wie schon im August ist die Arbeitslosigkeit auch im September leicht gesunken. Trotz dieser im Grunde erfreulichen Entwicklung kann dennoch noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden. Dazu ist die Entwicklung im Augenblick noch zu fragil, wie auch der Blick auf die Beschäftigtenentwicklung zeigt. Unverändert hohe Energie- und Arbeitskosten und eine ausufernde Bürokratie belasten die Unternehmen weiterhin in ihrer gesamten Breite und verringern ihre Investitionsneigung. In der Folge schreiten deshalb auch die Personalanpassungen im für das Saarland so wichtigen Verarbeitenden Gewerbe weiter voran. Die Arbeitslosenquote sank an der Saar auf 7,3 Prozent und im Bund auf 6,4 Prozent. Aktuell sind hierzulande 38.866 Menschen arbeitslos. Das sind 897 Arbeitslose weniger als im August und 190 weniger als im September 2025.

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich unverändert die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nach wie vor weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von 4,2 Prozent belegt, wie groß der Rückstand ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt unverändert Bremen mit aktuell 11,2 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung im September wieder uneinheitlich. So verharrte die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen hierzulande bei 6,7 Prozent. Im Bund hingegen sank sie auf 6,3 Prozent. Bei den 55 bis unter 65-Jährigen zeigte sich ein umgekehrtes Bild. Im Saarland verringerte sich die Quote auf 7,3 Prozent. Im Bund hingegen liegt sie unverändert bei 6,5 Prozent. Leicht gesunken ist die Ausländerarbeitslosigkeit: an der Saar von 18,6 auf 18,4 Prozent und im Bund von 13,9 auf 13,6 Prozent. Ausländer stellen im Land 35,5 und im Bund 35,1 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im Juli gegenüber Juni (das ist der aktuelle Datenstand) gesunken: -1.000. Mit 381.500 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau zudem auch wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -4.860. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von 1,3 Prozent im Vergleich zum Juli 2025 und geht wesentlich auf das Konto des Verarbeitenden Gewerbes (-5.200). Seit 30 Monaten sinkt damit die Beschäftigung im Saarland kontinuierlich. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel an der Saar immer noch +0,1 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der strukturellen Probleme des Landes im Transformationsprozess sowie des unsicheren weltwirtschaftlichen Umfelds mehr und mehr in sein Gegenteil.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegen das Saarland mit -1,3 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) auf dem vorletzten Platz vor Thüringen. In 12 von 16 Bundesländern ist die Beschäftigung inzwischen rückläufig, in einem Bundesland (Nordrhein-Westfalen) stagniert sie. Lediglich in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein steigt sie noch. Dies erklärt dann auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung inzwischen sinkt (-0,2 Prozent) und auch dort mittlerweile deutlich unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,0 Prozent liegt.

„Der erneute leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im September deutet auf den Beginn der saisonal üblichen Herbstbelebung hin. Das ist erfreulich, aber noch kein Signal für eine Trendwende. Denn die Beschäftigung im Saarland sinkt weiterhin – vor allem in der Industrie. Dort gingen im Vergleich zum Vorjahr rund 5.000 Arbeitsplätze verloren. Die nach wie vor zu hohen Standortkosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen massiv. Hinzu kommt die wirtschaftspolitische Unsicherheit, die Investitionen erschwert und damit auch die Beschäftigungsperspektiven verschlechtert. Deshalb müssen den angekündigten Strukturreformen der Bundesregierung jetzt konkrete Maßnahmen folgen. Sie sind ein notwendiger erster Schritt, um die Standortbedingungen nachhaltig zu verbessern. Nur wenn Unternehmen wieder verlässlich planen und wettbewerbsfähig investieren können, wird auch eine Trendwende am Arbeitsmarkt möglich.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (30. September) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

Grafik: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland




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Geschäftsbereich: Wirtschaftspolitik und Unternehmensförderung | Funktion: Leiter Standortpolitik

Dr. Uwe Rentmeister

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