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04.11.2026

IHK-Umfrage: 93 Prozent der Befragten erleben vermeidbare Verzögerungen bei Bauprojekten

Thomé: „Bau-Turbo darf nicht beim Wohnungsbau enden – auch Gewerbe und Infrastruktur brauchen schnellere Genehmigungen“

Langwierige Genehmigungsverfahren, komplizierte Vorschriften und aufwendige Abstimmungen mit Behörden bremsen Bauvorhaben aus. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz und dem Saarland unter 108 Unternehmen und Akteuren der Bau-, Planungs- und Immobilienwirtschaft. Demnach erleben 93 Prozent der Befragten regelmäßig oder häufig vermeidbare Verzögerungen bei Bauprojekten. Zwar begrüßen die Befragten die Reformpläne der Bundesregierung, bezweifeln aber, dass diese in der Praxis die erhoffte Beschleunigung bringen.

Der seit Oktober 2025 geltende „Bau-Turbo“ eröffnet Kommunen neue Spielräume, um Wohnungsbau schneller zu ermöglichen. Das geplante „BauGB-Upgrade“ soll Verfahren zusätzlich vereinfachen, digitalisieren und Bürokratie abbauen.

Hierzu erklärt Dr. Frank Thomé, Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland: „Lange Genehmigungsverfahren binden Kapital, verteuern Investitionen und bremsen Wachstum. Gerade in der aktuellen Wirtschaftslage müssen Unternehmen zügig modernisieren und neue Kapazitäten schaffen können. Deshalb darf der Bau-Turbo nicht beim Wohnungsbau enden: Er muss auch gewerbliche Investitionen und Infrastrukturprojekte beschleunigen. Wer Wachstum und Beschäftigung stärken will, muss bei Genehmigungen endlich Tempo machen.“

Die Umfrage zeigt, wo die größten Hindernisse liegen: 76 Prozent der Befragten nennen langsame Genehmigungsverfahren, 70 Prozent umfangreiche Vorschriften und Regelwerke und 65 Prozent die Abstimmung mit mehreren Behörden. Ob der Bau-Turbo tatsächlich zündet, entscheidet sich aus Sicht der Wirtschaft vor allem in den Behörden: 78 Prozent derjenigen, die diese Frage beantwortet haben, sehen die zurückhaltende Nutzung der neuen Möglichkeiten als zentrales Risiko für den Erfolg der Reformen. Personalmangel in den Verwaltungen (43 Prozent) sowie unklare rechtliche Vorgaben und deren Auslegung (42 Prozent) folgen mit Abstand.

Unternehmen zweifeln an Wirkung der Reformen

Die Skepsis zeigt sich auch bei der Bewertung der angekündigten Verbesserungen: 59 Prozent der befragten Unternehmen halten die angestrebte Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für wenig oder nicht wirksam. 61 Prozent bezweifeln, dass sich entsprechende Verfahren künftig regelmäßig innerhalb von rund zwei Jahren abschließen lassen.

In den offenen Antworten wünschen sich die Befragten vor allem eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Behörden sowie einfachere und einheitliche Verfahren. Anträge und Unterlagen sollen vollständig digital bearbeitet werden können, ohne Daten mehrfach einzugeben oder Dokumente zwischen Papier und digitalen Systemen übertragen zu müssen. Für eine zügige Bearbeitung benötigen die zuständigen Behörden zudem ausreichend Personal und klare Entscheidungsgrundlagen.

„Der Bau-Turbo darf nicht auf dem Papier stehen bleiben. Entscheidend ist, wie schnell vor Ort tatsächlich gebaut werden kann. Dafür brauchen wir klare Zuständigkeiten, verbindliche Fristen und Behörden, die rechtliche Spielräume konsequent nutzen. Bund und Länder müssen widersprüchliche Vorgaben abbauen. Die Kommunen müssen die neuen Möglichkeiten ausschöpfen und Verfahren zügig und verlässlich zum Abschluss bringen“, so Thomé.

Im Livestream: Regionalpolitischer Abend zum Bau-Turbo am 19. November

Wie der Bau-Turbo in der Praxis gelingt, steht im Mittelpunkt des Regionalpolitischen Abends der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz/Saarland am Donnerstag, 19. November 2026, um 19 Uhr. Unter dem Titel „Planen – Bauen – Genehmigen – Wie der Bau-Turbo gelingt“ diskutieren Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung über schnellere Verfahren für Wohnungsbau, Gewerbe und Infrastruktur. Auf dem Programm stehen eine Keynote von Bundesbauministerin Verena Hubertz sowie ein Impuls von DIHK-Präsident Peter Adrian. Alle Plätze vor Ort sind bereits vergeben. Interessierte können die Veranstaltung im Livestream verfolgen. Informationen unter: www.ihk-rlp.de.

Ansprechpartner

Carsten Meier (Bild) | November 2021

Geschäftsbereich: Wirtschaftspolitik und Unternehmensförderung | Funktion: Geschäftsführer

Dr. Carsten Meier

Tel.: +49 681 9520-400Fax: +49 681 9520-488E-Mail: