
Saar-Arbeitsmarkt: Sinkende Beschäftigung gibt Anlass zur Sorge
„Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im August ist angesichts des üblichen saisonalen Anstiegs zunächst erfreulich. Für eine Entwarnung gibt es aber keinen Anlass. Denn gleichzeitig geht die Beschäftigung im Saarland weiter zurück. Im Jahresdurchschnitt liegt die Zahl der Beschäftigten inzwischen nur noch bei rund 384.000 – das sind 5.000 weniger als vor einem Jahr. Damit rückt die Zielmarke der Landesregierung von 400.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in immer weitere Ferne. Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche erfasst zunehmend auch hoch qualifizierte Arbeitskräfte und hinterlässt nun erstmals deutliche Spuren bei Akademikern. Weder die zusätzlichen Milliardenschulden noch die bisherigen Reformen der Bundesregierung haben bislang einen spürbaren Impuls für mehr Investitionen und neue Arbeitsplätze ausgelöst. Damit sich das ändert, braucht es jetzt einen mutigen wirtschaftspolitischen Kurswechsel. Dazu gehören niedrigere Steuern, wettbewerbsfähige Energiepreise und spürbar weniger Bürokratie. Vor allem aber muss der Arbeitsmarkt flexibler werden. Der Blick zu unseren europäischen Nachbarn zeigt, dass ein modernes Arbeitsrecht Unternehmen und Beschäftigten mehr Spielräume eröffnet. Deutschland muss deshalb sein Arbeitsrecht an die veränderte Arbeitswelt anpassen. Zugleich müssen sich Arbeit und zusätzliche Leistung wieder stärker lohnen. Dafür braucht es klare Anreize zur Arbeitsaufnahme und ein Steuer- und Sozialsystem, das den Schritt in Beschäftigung und jede zusätzlich geleistete Stunde honoriert. Nur wenn sich Arbeit und betriebliche Investitionen in Deutschland wieder lohnen, können Arbeitsplätze gesichert, neue Beschäftigung geschaffen und der schleichenden Deindustrialisierung wirksam entgegengetreten werden.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.
