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Saar-Arbeitsmarkt weiter schwach

30.06.2026

Die Arbeitslosigkeit ist im Juni erneut leicht gesunken. Trotzdem ist dies kein Aufschwungssignal, das ein Ende der Schwächephase des Arbeitsmarktes anzeigt. Denn neben den externen Schocks wie etwa der weiterhin unklaren Lage am Golf hat sich auch an den strukturellen Rahmenbedingungen bislang wenig geändert: steigende Energiekosten, hohe Abgaben und ausufernde Bürokratie belasten die Unternehmen weiterhin in ihrer gesamten Breite und die Personalanpassungen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe schreiten weiter voran. Die Saar-Arbeitslosenquote verharrte bei 7,3 Prozent. Im Bund sank sie leicht von 6,3 auf 6,2 Prozent. Aktuell sind hierzulande 38.835 Menschen arbeitslos. Das sind 135 Arbeitslose weniger als im Mai und 319 weniger als im Juni 2025. 

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich unverändert die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nach wie vor weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von vier Prozent belegt, wie groß der Rückstand ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt Bremen mit aktuell 11,1 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung im Juni erneut leicht uneinheitlich. So verharrte die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen hierzulande bei 6,4 Prozent und im Bund bei 5,6 Prozent. Dagegen sank die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen im Saarland von 7,5 auf 7,4 Prozent, im Bund hingegen zeigte sich keine Veränderung, die Quote liegt unverändert bei 6,5 Prozent. Verbessert hat sich auch die Ausländerarbeitslosigkeit: an der Saar von 18,5 auf 18,3 Prozent und im Bund von 13,6 auf 13,5 Prozent. Ausländer stellen im Land 35,8 und im Bund 35,5 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im April gegenüber März (neuere Daten liegen noch nicht vor) erneut gesunken (-300 Stellen). Mit 384.700 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau auch wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -3,739 Stellen. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von einem Prozent im Vergleich zum April 2025. Seit mehr als zwei Jahren sinkt die Beschäftigung an der Saar kontinuierlich. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der strukturellen Probleme des Landes sowie des unsicheren weltwirtschaftlichen Umfelds mehr und mehr in sein Gegenteil.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegen das Saarland mit -1,0 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) diesmal auf dem drittletzten Platz vor Sachsen und Thüringen In allen anderen Bundesländern bis auf Hamburg und Niedersachsen ist die Beschäftigung inzwischen rückläufig oder sie stagniert. Dies erklärt dann auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung inzwischen sinkt (-0,2 Prozent) und damit deutlich unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,1 Prozent liegt.

„Der saarländische Arbeitsmarkt sendet weiterhin keine Entwarnung. Zwar ist die Arbeitslosigkeit im Juni leicht gesunken, doch der eigentliche Befund ist ein anderer: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geht weiter zurück – und das vor allem in unserer Industrie. Das zeigt, dass die anhaltende Wachstumsschwäche inzwischen zunehmend auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. Die Unternehmen stehen weiterhin unter erheblichem Kostendruck und warten nach wie vor auf die dringend notwendigen Verbesserungen der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Deshalb ist die Bundespolitik jetzt mehr denn je gefordert, den angekündigten wirtschaftspolitischen Kurswechsel entschlossen umzusetzen. Wettbewerbsfähige Energiepreise, niedrigere Steuern und Abgaben, weniger Bürokratie sowie schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sind keine Einzelinteressen der Wirtschaft. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen wieder investieren, Wachstum ermöglichen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen können. Solange diese Impulse ausbleiben, wird sich auch der Arbeitsmarkt nicht nachhaltig erholen.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (30. Juni) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


Schaubild: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland (png)

Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Arbeitsmarkt Schaubild Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)
Arbeitsmarkt Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)