Aktuelles

Kennzahl: 17.16322

Die Europäische Kommission unterstützt EU-KMU beim Handel mit dem Iran durch den Due Diligence Helpdesk on EU Sanctions

14.06.2021

Die Europäische Union hat den Großteil ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen gegen den Iran seit der Umsetzung des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans (JPCoA) im Jahr 2016 aufgehoben. Bis auf wenige Ausnahmen sind derzeit fast alle Handelsaktivitäten zwischen der Europäischen Union und dem Iran zulässig. Weiterhin bestehende Sanktionen gelten für die Nichtverbreitung (Beschränkungen für den Export von Waffen, Raketentechnologie, Nukleartransfers und -aktivitäten, Grafit, bestimmten Rohmetallen und bestimmten Arten von Software) und betreffen Menschenrechtsverletzungen (Beschränkungen des Umgangs mit bestimmten Personen, Exportverbot für Ausrüstung, die zur Unterdrückung der Bevölkerung oder Überwachung von Kommunikation verwendet werden könnte).

Die EU setzt sich für kluge, zielgerichtete Maßnahmen ein, die unbeabsichtigte Folgen für legitime wirtschaftliche Aktivitäten minimieren. Daher bemüht sich die Europäische Kommission, den legitimen Handel mit dem Iran weiterhin zu fördern und unterstützt Unternehmen bei der Prüfung von Geschäftsaktivitäten unter Berücksichtigung der bestehenden EU-Beschränkungen.

Der Due Diligence Helpdesk on EU Sanctions ist ein wichtiges Instrument der Europäischen Kommission, um kleine und mittlere Unternehmen beim Handel mit dem Iran, unter Einhaltung des bestehenden EU-Rechts und den Vorgaben des JPCoA, zu unterstützen. Dazu bietet der Helpdesk kostenlose Due Diligence Prüfungen für konkrete Geschäftsprojekte im Iran an. Die Due-Diligence-Berichte helfen europäischen KMU bei der Abschätzung und Senkung von Risiken und erleichtern so auch die Zusammenarbeit mit europäischen Finanzinstitutionen.

Der Helpdesk bietet die folgenden Dienste an:

1. Personalisierte Beratung

EU-Unternehmen haben die Möglichkeit über das elektronische Formular auf der Helpdesk Website Anfragen einzureichen, um Ratschläge von Anwälten und Experten im Bereich Wirtschafts- und Finanzsanktionen einzuholen. Unter dem Gebot der Vertraulichkeit informiert der Helpdesk EU-KMU über die Konformität geplanter Geschäftsaktivitäten mit geltendem EU-Recht und liefert maßgeschneiderte Lösungen.

Schlussfolgert der Helpdesk, dass ein geplantes Geschäft nicht unter die EU-Sanktionen fällt, wird ein detaillierter Risikoreport verfasst und dem anfragenden Unternehmen übergeben. Dieser Bericht ist nicht nur für das Unternehmen selbst von Bedeutung, sondern erleichtert auch die Zusammenarbeit mit Banken und die Durchführung von Finanztransaktionen.

2. Informationsmaterialien

Die offizielle Helpdesk Website bietet umfassende Informationsmaterialien zu EU-Sanktionen für kleine und mittlere Unternehmen. Des Weiteren veröffentlicht der Helpdesk regelmäßig einen Newsletter, der über neue Entwicklungen in aufstrebenden Geschäftsbereichen im Iran informiert.

3. Online-Seminare

Der Helpdesk organisiert regelmäßig Seminare für im Iran tätige KMU. Experten informieren über EU-Sanktionen und andere Due-Diligence Anforderungen für Geschäftstätigkeiten im Iran.

Partnerschaften
Der Helpdesk arbeitet eng mit dem Instrument in Support of Trade Exchanges (INSTEX) zusammen. INSTEX ist ein weiteres Instrument der Europäischen Union zur Unterstützung von KMU, welches Zahlungen für den legitimen Handel zwischen der EU und dem Iran erleichtert. INSTEX ist Teil der europäischen Bemühungen die Offenheit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und des europäischen Finanzsystems zu stärken, auch gegenüber extraterritorialen Sanktionen, die von Drittstaaten auferlegt wurden.

Darüber hinaus kooperiert der Helpdesk mit diplomatischen Vertretungen, Handelskammern und Exportförderungsagenturen, die europäische KMU auch außerhalb ihrer Kerndienstleistungen weiter unterstützen möchten.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite: www.sanctions-helpdesk.eu
oder per E-Mail unter info@sanctions-helpdesk.eu