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Saar-Arbeitsmarkt bleibt deutlich unter Druck

Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit an der Saar etwas gestiegen.

07.01.2026

Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit an der Saar etwas gestiegen. Allerdings so gering, dass die Arbeitslosenquote bei 7,2 Prozent verharrte (Dezember 2024: 7,1 Prozent). Auch im Bund stieg die Arbeitslosigkeit leicht an und die Quote erhöhte von 6,1 auf 6,2 Prozent (Dezember 2024: 6,0 Prozent). Aktuell sind hierzulande 38.158 Menschen arbeitslos. Das sind nur 88 Arbeitslose mehr als noch im November und 539 mehr als im Dezember 2024. Doch seit 40 Monaten liegt die Zahl der Arbeitslosen damit Monat für Monat über dem Vorjahresniveau. Die Rezession der vergangenen Jahre spiegelt sich damit in der Entwicklung der Arbeitslosigkeit wider. Im Jahresdurchschnitt 2025 erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Saarland um 2.048 Personen bzw. knapp 5,5 Prozent und die Quote stieg im Mittel von 7,1 auf 7,4 Prozent. Im Bund erhöhte sich die Jahresdurchschnittsquote von sechs auf 6,3 Prozent.

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich weiterhin die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nur sechs Länder wiesen im ganzen abgelaufenen Jahr jeden Monat eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von vier Prozent belegt, wie groß der Rückstand inzwischen ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt nach wie vor Bremen mit aktuell 11,2 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung diesmal nahezu gleich. So verharrte im Dezember die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen im Saarland bei 6,1 Prozent und im Bund bei 5,5 Prozent. Auch die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen blieb im Saarland wie auch Bund unverändert: 7,2 bzw. 6,4 Prozent. Beide Segmente des Arbeitsmarktes treten damit bereits seit Monaten mehr oder weniger auf der Stelle. Die Quote arbeitsloser Ausländer sank an der Saar leicht von 19,4 auf 19,3 Prozent. Im Bund hingegen stieg sie von 14,1 auf 14,2 Prozent. Insgesamt stellen Ausländer im Land wie im Bund 36,2 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes bereits seit längerer Zeit mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im Oktober gegenüber September (neuere Daten liegen noch nicht vor) erneut leicht gestiegen (+200). Mit 390.700 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau aber ein deutliches Minus von 3.227 Stellen gegenüber Oktober 2024. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von -0,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Das ist nunmehr bereits der 21. Rückgang in Folge und es steht zu befürchten, dass die Trendwende bei der Beschäftigungsentwicklung, die hierzulande bereits Anfang 2024 – und damit deutlich früher als im Bund - begann, sich fortsetzen wird. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland bislang immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der Rezession in sein Gegenteil. Insgesamt könnten, den aktuellen Daten zufolge, im Jahresdurchschnitt 2025 im Saarland gut 3.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegt das Saarland mit -0,8 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) auf dem drittletzten Platz. Schlechter schneiden aktuell nur Thüringen und Sachsen ab (-1,3 bzw. -1,1 Prozent). Rückläufig war die Beschäftigung außerdem noch in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Stagnation hat sich inzwischen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und sogar in Baden-Württemberg und Bayern eingestellt. Das erklärt dann auch, dass im Bund der Beschäftigungszuwachs mittlerweile ebenfalls deutlich abgeflaut ist. Der Bundesdurchschnitt liegt aktuell nur noch bei einer „roten“ Null und damit inzwischen weit unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,2 Prozent.

„Die Rezessionsjahre hinterlassen inzwischen deutliche Spuren am saarländischen Arbeitsmarkt. Zum wiederholten Mal ist die Arbeitslosigkeit auf Jahressicht gestiegen, während die Beschäftigung gesunken ist. Angesichts des hohen Anpassungsdrucks in der Industrie, hoher Kostenbelastungen in der Wirtschaft insgesamt sowie weltwirtschaftlicher Verwerfungen ist diese Entwicklung nicht überraschend. Diese Belastungsfaktoren wirken auch im Jahr 2026 fort. Das von uns prognostizierte Miniwachstum von bis zu 0,5 Prozent im Saarland wird daher nicht ausreichen, um eine Trendwende am Arbeitsmarkt einzuleiten. Vielmehr rechnen wir mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie mit einem spürbaren Beschäftigungsabbau von bis zu 3.500 Stellen. Für eine Trendwende am Arbeitsmarkt muss die Politik jetzt rasch einen klaren wirtschaftspolitischen Kurswechsel einleiten, der arbeitsplatzschaffende Investitionen am Standort Deutschland wieder rentabel macht.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (7. Januar) von der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion, vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.



Schaubild: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland (png)

Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Arbeitsmarkt Schaubild Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)
Arbeitsmarkt Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)