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Saar-Arbeitsmarkt: Leichte Entspannung ohne strukturelle Trendwende

Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar kommt nicht überraschend.

27.02.2026

Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar kommt nicht überraschend. Er folgt dem langjährigen saisonalen Verlauf, fällt in diesem Jahr aber etwas deutlicher aus. Die Arbeitslosenquote sank von 7,5 auf 7,4 Prozent (im Bund von 6,6 auf 6,5 Prozent.) Aktuell sind hierzulande 39.462 Menschen arbeitslos. Das sind 321 Arbeitslose weniger als noch im Januar und 192 weniger als im Februar 2025. Wie schon im Januar liegt damit die Zahl der Arbeitslosen im Saarland unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Dennoch kann für den Arbeitsmarkt weiterhin keine Entwarnung gegeben werden, da sich an den strukturellen Rahmenbedingungen bislang wenig geändert hat: Hohe Kosten, Abgaben und ausufernde Bürokratie belasten die Unternehmen weiterhin in ihrer gesamten Breite und die Personalanpassungen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe gehen weiter vonstatten.

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich unverändert die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nach wie vor weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von 4,4 Prozent belegt, wie groß der Rückstand ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt Bremen mit aktuell 11,6 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung im Februar uneinheitlich. So stieg die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen weiter an: im Saarland von 6,3 auf 6,5 Prozent und im Bund von 5,8 auf 6,0 Prozent. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen verringerte sich im Saarland hingegen von 7,5 auf 7,4 und verharrte im Bund bei 6,8 Prozent. Verbessert hat sich auch die Ausländerarbeitslosigkeit. An der Saar fiel die Quote arbeitsloser Ausländer von 20,3 auf 19,9 Prozent und im Bund leicht von 15,0 auf 14,9 Prozent. Insgesamt stellen Ausländer im Land 36,2 und im Bund 36,0 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im Dezember 2025 gegenüber November (neuere Daten liegen noch nicht vor) kräftig gesunken (-5.500 Stellen). Mit 386.200 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau zudem auch wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -4.435 Stellen. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von 1,1 Prozent im Vergleich zum Dezember 2024. Das ist nunmehr bereits der 23. Rückgang in Folge und es steht zu befürchten, dass sich die Phase negativer Beschäftigungsentwicklung, die hierzulande bereits Anfang 2024 begann, weiter fortsetzen wird. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der Rezession und der strukturellen Probleme des Landes nach und nach in sein Gegenteil.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegen das Saarland und Thüringen mit -1,1 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) auf dem letzten Platz. Rückläufig war die Beschäftigung außerdem noch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und in Baden-Württemberg. Damit verliert mittlerweile die Hälfte der Bundesländer Arbeitsplätze. Stagnation zeigt sich in Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Dieser Befund erklärt dann auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung inzwischen leicht sinkt (-0,1 Prozent) und deutlich unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,2 Prozent liegt.

„Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar entspricht weitgehend dem saisonalen Verlauf – er ist daher kein Zeichen für eine nachhaltige Trendwende. Zwar fällt die Entlastung diesmal etwas stärker aus, doch der Druck auf den Arbeitsmarkt bleibt hoch. Der Stellenabbau im Saarland setzt sich fort und hat zuletzt sogar wieder an Dynamik gewonnen. Die Ursachen liegen in den strukturellen Standortbedingungen: Hohe Kosten, steigende Abgaben und eine überbordende Regulierung belasten die Unternehmen zunehmend. Solange hier kein grundlegender Kurswechsel erfolgt, wird auch der Arbeitsmarkt nicht nachhaltig erholen. Jetzt braucht es echte Strukturreformen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken und die Standortkosten spürbar senken – insbesondere die Arbeitskosten. Nur wenn unternehmerische Tätigkeit wieder attraktiver und kalkulierbarer wird, kehrt die Wirtschaft auf einen stabilen Wachstumspfad zurück. Und nur auf dieser Grundlage entstehen neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze.“  So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (27. Februar) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.



Schaubild: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland (png)

Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Arbeitsmarkt Schaubild Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)
Arbeitsmarkt Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)